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Eine Ärztin setzt am Arm eines Wohnungslosen eine Spritze an, um ihn zu impfen.

Ein kleiner Pieks

Die Impfungen gegen Sars-Cov-2 haben Fahrt aufgenommen. Fast 40 Prozent der Einwohner in Deutschland hatten Mitte Mai ihre erste Dosis bekommen. Auch Wohnungslose sind als Risiko- und damit Prioritätsgruppe anerkannt, doch wegen Problemen mit dem Impfstoff stockte der Prozess. Im Mai gab es in Dortmund mehrere Impftage an Anlaufpunkten für Menschen ohne Wohnung. Den Auftakt machte das Gast-Haus im FZW.

Angespannte Lage

Drückt die Pandemie auf die Wohnungsmieten? Wenn es nach „Immowelt“ geht: Nein. Nach einer Untersuchung des Onlineportals sind die Mieten in Bochum allein im Coronajahr 2020 um neun Prozent gestiegen – so stark wie in fast keiner anderen Großstadt. Auch der städtische Wohnungsmarktbericht zeigt: Die Lage in Bochum ist problematisch.

Hilfe in der Not

Corona hat die ohnehin prekäre Situation von Wohnungslosen weiter verschärft. Der Winter ist eine anstrengende, gefährliche Zeit. Im Verbund mit anderen Einrichtungen haben wir Angebote geschaffen; an sechs Tagen in der Woche sind wir in den Innenstädten von Bochum und Dortmund unterwegs und versorgen Menschen auf der Straße mit warmen Getränken, etwas zu Essen und Nötigem. Ein Überblick.

Am Fuß des Dortmunder U startet Mitte November die Winternothilfe.

Ein Platz im Trockenen

In seiner letzten Sitzung hat der Dortmunder Rat im Oktober beschlossen, die Wohnungslosenhilfe stärker zu unterstützen, und damit den Grundstein für die gemeinsame Winternothilfe von Gast-Haus, der Suppenküche Kana, dem Dortmunder Wärmebus und bodo gelegt. Es ist ein Erfolg nach monatelangem, zähen Ringen, bleibt aber eine Lösung auf Zeit – und eine, bei der Fragen offen bleiben.

Neustart

Als bodo Mitte März den Vertrieb einstellte, konnte niemand absehen, ob und wie es weitergehen würde. Wir produzierten zwar ein Aprilheft, wussten aber nicht, ob es je auf der Straße erhältlich sein würde. Stattdessen stellten wir fast vollständig auf Nothilfe um und versorgten unsere VerkäuferInnen und andere Wohnungslose mit Supermarktgutscheinen und dem Nötigsten für die Zeit der heruntergefahrenen Infrastrukturen. Nun sind wir wieder auf der Straße, wir machen Hygieneschulungen mit unseren VerkäuferInnen, verteilen regelmäßig Masken und sind weiterhin für diejenigen da, die die letzten Wochen auf der Straße meistern mussten. Und wir kehren, zumindest bis auf Weiteres, zu unseren alten Öffnungszeiten zurück.

Unterwegs, wo es nötig ist

Wer draußen lebt, ist von der Corona-Krise besonders hart getroffen. Ohne Wohnung zu sein bedeutet, ohne Schutz zu sein, nicht „zuhause bleiben“ zu können, bis die Krise vorbei ist. Auch unsere „Kaffee & Knifte“-Versorgungstouren in Bochum und Dortmund können wegen des Kontakt- und Ansammlungsverbotes gerade nicht so stattfinden, wie wir es gewohnt sind und wie es eigentlich nötig wäre.
Trotzdem bleiben wir, auch auf der Straße. Mit unserem bodo-roten „Kaffee & Knifte“-Wagen sind wir, allein oder in festen Zweier-Teams, unterwegs und versorgen Menschen, die auf der Straße leben, mit dem Nötigsten; etwas zu essen und Trinkwasser, Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel, und Einkaufsgutscheine.