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„Wir bleiben für die Menschen da“ – bodo setzt die Ausgabe des Straßenmagazins aus

Mit dem kommenden Lockdown ändert sich auch die Arbeit des bodo e.V. erneut. Ab Mittwoch (16. Dezember) setzt der gemeinnützige Verein die Ausgabe des Straßenmagazins vorerst bis zum Jahresende aus und intensiviert seine Nothilfen für die VerkäuferInnen und Menschen, die auf der Straße leben. „Wir bleiben da, helfen und begleiten an unseren Anlaufstellen und auf der Straße“, so bodo-Vertriebsleiter Oliver Philipp. Wer die Dezember-und Weihnachtsausgabe des Straßenmagazins noch nicht hat, kann sie jetzt kostenlos bestellen.

Ein Schlafplatz in der Dortmunder Innenstadt.

„30 Schlafsäcke sind kein Konzept“

Mit Enttäuschung nimmt der bodo e.V. das „Kältekonzept“ für wohnungs- und obdachlose Menschen zur Kenntnis, das die Stadt Bochum in dieser Woche vorgestellt hat. „Seit Monaten mahnen wir, dass der Corona-Winter für Wohnungslose gefährlicher werden könnte als ohnehin. Und seit Monaten haben wir auf ein städtisches Konzept gewartet, das der durch die Pandemie zugespitzten Lage Betroffener gerecht wird“, sagt „bodo“-Redaktionsleiter Bastian Pütter. „Das, was jetzt vorliegt, geht über kommunale Pflichtaufgaben jedoch kaum hinaus.“

Das Glück in der Tasche

„Was hast Du immer dabei?“ Das haben wir VerkäuferInnen des Straßenmagazins und Wohnungslose, die wir auf unseren Versorgungstouren in Bochum und Dortmund treffen, gefragt. Und überraschenderweise zeigten die meisten keine praktischen Hilfsmittel für das Leben auf der Straße, sondern „Überlebenshelfer“, die Halt geben, Beistand versprechen, Erinnerungen festhalten und der Hoffnung auf ein besseres Leben eine Form geben.

bodo beim Talk im DKH

bodo-Redaktionsleiter Bastian Pütter war beim „Talk im DKH“ zu Gast. Im Gespräch mit Moderator Aladin El-Mafaalani erzählte er von der Arbeit unseres Vereins, Wohnungslosigkeit und Wohnungslosenhilfe in Zeiten von Corona, aber auch davon, was helfen kann, Wohnungslosigkeit zu beenden und woran es liegt, dass das nicht passiert. Das Video zum Gespräch ist jetzt online verfügbar.

Ein Zelt für den Winter

Covid-19 und die Schließung vieler Einrichtungen stellt die Wohnungslosenhilfe mehr denn je vor die Frage: Wohin im Winter? In Dortmund haben sich mehrere Initiativen und Vereine zusammengeschlossen und betreiben im Verbund mit der Stadt die Winternothilfe am U: Zweimal täglich stellen sie eine Essensversorgung in einem beheizten Großzelt in der Innenstadt auf die Beine. Ein Besuch.

Die Weihnachts-bodo und das Glück in der Tasche

Die Dezemberausgabe des Straßenmagazins mit Glücksbringern in den Taschen von Wohnungslosen, einem Zelt für Dortmund, Schoko-Nikoläusen aus Wattenscheid, einer wiederentdeckten Schwarzen Protestsängerin aus Oberhausen, Deutschlands bekanntestem Förster, einem Franziskaner mit riesiger Anhängerschaft, einem Bundespräsidenten, einem Besuch bei der Telefonseelsorge und einer vereisten Kulturlandschaft.

Mit dem erneuten Lockdown stellen wir den Vertrieb des Straßenmagazins ein. Wer die Dezember-Ausgabe noch nicht hat, kann sie – für sich selbst, FreundInnen, Familie, die Nachbarschaft – kostenlos per Post bestellen. Schicken Sie einfach eine E-Mail mit Ihrer Adresse und der Anzahl der gewünschten Exemplare an vertrieb@bodoev.de.

Am Fuß des Dortmunder U startet Mitte November die Winternothilfe.

Winternothilfe am U in den Startlöchern

Am 16. November startet, direkt am Fuß des Dortmunder U, die „Winternothilfe am U“. In einem Großzelt werden das Gast-Haus, Kana Suppenküche, Dortmunder Wärmebus und bodo im Verbund mithilfe der Stadt Dortmund und vieler Ehrenamtlicher zweimal täglich eine Mahlzeit anbieten. Damit können die Einrichtungen zumindest in Teilen den Covid-19-bedingten Wegfall von Angeboten der Wohnungslosenhilfe kompensieren und schaffen ein corona-konformes und witterungsgeschütztes Nothilfeangebot für den Winter.

Ein Schlafplatz in der Dortmunder Innenstadt.

Warum nicht Hotels?

Sobald es kälter wird, erreichen uns Fragen, die die Unterbringung von Wohnungslosen betreffen. Bis 2015 war das meist verbunden mit dem Verweis auf Leerstände. Seit der „Flüchtlingskrise“ wurde auf die mit beeindruckendem Tempo geschaffenen Unterkünfte für Geflüchtete verwiesen. Vor dem ersten Corona-Winter lautet die Frage oft, ob nicht in der Pandemie kaum belegte Hotels genutzt werden können. Die Antwort lautet immer: Im Prinzip ja.

Die andere Seite

Die Krise hat Straßenobdachlosigkeit in Dortmund sichtbarer gemacht und die Lebenslagen der Betroffenen drastisch verschärft. In der Berichterstattung kommen AnwohnerInnen und Gewerbetreibende zu Wort, die sich gestört fühlen, und Hilfsorganisationen, die einordnen und Defizite in der Versorgung benennen. Meist fehlt die Perspektive derer, um die es geht. Was bedeutet es, draußen zu sein? Wie beschreiben Wohnungslose in Dortmund ihren Alltag?