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Schritt für Schritt

Die ersten Konzerte werden im FZW schon wieder geplant. In der Bar des Veranstaltungszentrums ist schon jetzt Hochbetrieb: Dort setzen das Gast-Haus und das Team Wärmebus in Zusammenarbeit mit der Stadt Dortmund seit April die Versorgung wohnungsloser und bedürftiger Menschen fort. Nach einem Jahr der Nothilfe ist für die Wohnungslosenhilfe Gelegenheit, sich im neuen Normal aufzustellen.

Von Alexandra Gehrhardt

Im Großzelt in der Innenstadt hatten vier Dortmunder Vereine und Initiativen über den Winter die Notversorgung Wohnungsloser übernommen – nachdem der große Platz am U für Bauarbeiten freigemacht werden musste, setzen Gast-Haus und Wärmebus das Projekt nun im Verbund mit der Stadt in der Ritterstraße fort. Zweimal täglich versorgen sie in der Bar und im Außenbereich des Konzertzentrums bis zu 50 Menschen gleichzeitig mit einer Mahlzeit.

Denn auch im zweiten Corona-Jahr arbeiten Versorgungsangebote unter erschwerten Bedingungen und mit reduzierten Kapazitäten. Im ad-hoc-Notbetrieb des letzten Sommers war die Versorgung zu großen Teilen auf der Straße gelaufen, im Großzelt haben Gast-Haus, Kana, Team Wärmebus und bodo den gefährlichen Winter überbrückt. „Die Leute müssen aber auch im Sommer was Warmes im Bauch haben“, sagt Michael Vogt, Pfarrer der Katholischen Stadtkirche und Teil des Wärmebus-Teams. Mit dem FZW stellt die Stadt nun bis Ende September den Ort dafür zur Verfügung.

Es ist längst nicht mehr der einzige: Auch die Suppenküche Kana ist in ihre Räume in die Mallinckrodtstraße zurückgekehrt und kocht zweimal in der Woche ein warmes Mittagessen für bedürftige Menschen. Schon im Herbst hat die Diakonie ihren Tagesaufenthalt ins Wichernhaus am Nordmarkt verlagert, das geräumiger ist als der Brückentreff im Hafenviertel. In den kommenden Monaten soll im Wichern ein zentrales Wohnungslosenzentrum entstehen, in dem alle diakonischen Angebote der Wohnungslosenhilfe gebündelt sind.

Und auch für uns ist nach dem Winter Zeit, nach vorn zu schauen. Mit der Hoffnung auf schnelle Impfungen, den nötigen Maßnahmen und systematischen Testungen kehren wir in unsere Anlaufstellen zurück und konzentrieren uns auf die Arbeit, die ebenso wichtig ist wie die dringend nötige Hilfe auf der Straße: Menschen in Notlagen zu beraten, zu begleiten und dabei zu unterstützen, den Weg aus der Wohnungslosigkeit zu finden – und sie im besten Fall gleich zu verhindern.