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Stadt Bochum reagiert auf Kritik am Kältekonzept

Update 8. Februar: Die Stadt Bochum hat auf bodos Kritik am Kältekonzept reagiert. So sollen sowohl die Notschlafstelle Fliednerhaus am Stadion als auch die zusätzlichen Schlafplätze in Bochum-Hamme ab sofort rund um die Uhr geöffnet sein. Auch beim Transport nach Hamme und der Essensversorgung will die Stadt nachjustieren. Der bodo e.V. hatte das Kältekonzept für Wohnungslose zuvor als unzureichend und im Wintersturm wirkungslos kritisiert.

Urprüngliche Pressemitteilung vom 7. Februar: 

Der bodo e.V. erneuert seine Kritik am unzureichenden Kältekonzept der Stadt Bochum für wohnungs- und obdachlose Menschen. „Es zieht ein Wintersturm über Bochum hinweg und weder sind Räume für Wohnungslose verfügbar noch sind die zusätzlichen Schlafplätze erreichbar“, kritisiert Alexandra Gehrhardt von bodo: „Das ‚Konzept‘ der Stadt ist zusammengebrochen – und das war absehbar.“

Seit Monaten hat bodo, so wie viele Wohnungsloseninitiativen bundesweit davor gewarnt, dass der Corona-Winter für Wohnungslose gefährlicher werden könnte als ohnehin. „Die verschärfte Lage spiegelt sich im Konzept aber nicht wieder, und während des Sturms ist es quasi wirkungslos. Die Konsequenzen tragen die Betroffenen“, so Gehrhardt.

Denn: Zwar hat die Stadt – quasi als Überlauf, falls die Notschlafstelle am Fliednerhaus belegt ist – zusätzliche Schlafplätze (ausschließlich nachts) in einer ehemaligen Schule in Hamme geschaffen. Die Wohnungslosen sollen aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin fahren – die Bogestra hat jedoch am Sonntagmorgen den Betrieb eingestellt. Auch warme Aufenthaltsorte gibt es nicht. „Obwohl heftiger Schneefall, starker Wind und Eisregen seit Tagen angekündigt waren, hat die Stadt es nicht geschafft, einen Tagesaufenthalt für Wohnungslose zu öffnen – Sonntagsöffnungszeiten sind im Konzept nämlich nicht vorgesehen.

Damit ist das Kältekonzept in wesentlichen Teilen zusammengebrochen. Die Folge ist, dass Menschen, die ungeschützt auf der Straße leben, weiter ungeschützt sind“, sagt Alexandra Gehrhardt und fordert: „Die Stadt Bochum muss jetzt umgehend handeln: Aufenthaltsorte bereitstellen und die Unterkünfte rund um die Uhr öffnen. Sie muss Maßnahmen ergreifen, die Wohnungslose wirklich schützen. Der Winter bedeutet Lebensgefahr.“

Die PM vom 11.12.2020 zur Kritik am Kältekonzept finden Sie hier.