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Neustart: bodo-VerkäuferInnen starten wieder mit dem Verkauf des Straßenmagazins

Einige haben sie vielleicht schon wieder gesehen, die VerkäuferInnen des Straßenmagazins bodo in ihren roten Westen. Nach mehr als sieben Wochen sind jetzt viele zurück an ihren Verkaufsplätzen – mit Mund-Nasen-Masken und Vorkehrungen, um sich und andere vor einer möglichen Infektion zu schützen.

Am 16. März hatte sich der bodo e.V. entschlossen, aus Rücksicht auf die gut 200 Verkäuferinnen und Verkäufer den Straßenverkauf der bodo einzustellen. Eine einmalige Entscheidung in 25 Jahren Straßenmagazin.

Mit dem Rückzug sind den VerkäuferInnen von einem Tag auf den anderen Einnahmen weggebrochen, die für viele existenziell sind. Statt „Hilfe zur Selbsthilfe“ hieß es nun „Hilfe in der Krise“.

Der Verein hat seine Anlaufstellen für Wohnungslose und bodo-VerkäuferInnen in einen Notbetrieb umgestellt und hat sich darauf konzentriert, dort zu helfen, wo die Not am größten war: „Wir haben zum Beispiel Einkaufsgutscheine und Hygieneartikel an unsere VerkäuferInnen verteilt und kümmern uns auch um diejenigen, die auf der Straße leben und vom Lockdown besonders hart getroffen waren“, sagt bodo-Vertriebsleiter Oliver Philipp. Seit mehr als drei Wochen ist der bodo e.V. auch gemeinsam mit dem Gast-Haus und dem Team des Wärmebusses im Hygienezentrum an der Leuthardstraße aktiv, in dem Wohnungslose dreimal in der Woche kostenlos duschen und sich mit frischer Kleidung versorgen können.

Jetzt geht es vorsichtig nach vorne: Seit einigen Tagen gibt es die aktuelle April-Mai-bodo wieder auf der Straße – als Solidaritätsausgabe für 5 Euro, die Hälfte geht wie immer direkt an die Verkaufenden. „Trotz der Lockerungsmaßnahmen wollen wir vorsichtig bleiben“, erklärt Oliver Philipp. So erhält jede Verkäuferin und jeder Verkäufer Mund-Nasenschutz-Masken und wird besonders auf den nötigen Abstand achten. „VerkäuferInnen, die zu Risikogruppen gehören, raten wir aber auch, vielleicht noch nicht wieder mit dem Verkauf zu starten“, so Philipp. „Wir unterstützen sie so lange mit Direkthilfen, wie es nötig ist.“

Weiterhin digital ist unter http://www.bodoev.de das Sonderheft erhältlich, das in Zusammenarbeit mit dem Fußball-Blog schwatzgelb.de entstanden ist. Und am 1. Juni, so ist der Plan, gibt es dann auch die nächste reguläre bodo.